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EN 1090 Audit: Die 7 häufigsten Fehler bei der Schweißdokumentation

EN 1090-Audits scheitern oft an denselben Dokumentationsfehlern. Wir zeigen die 7 häufigsten Mängel bei WPS, WPQR und Schweißerdokumentation und wie Sie diese vermeiden.

05. Februar 20263 Min. LesezeitRedaktion Schweißanweisung Software

Die CE-Kennzeichnung nach EN 1090 ist für Stahlbau- und Metallbauunternehmen in Deutschland Pflicht. Viele Betriebe haben die technische Umsetzung solide im Griff – die Dokumentation hingegen führt regelmäßig zu Abweichungen beim Audit. Dieser Beitrag fasst die 7 häufigsten Fehler zusammen, die Auditoren bei WPS und Schweißdokumentation finden.

Fehler 1: WPS ohne gültige WPQR-Referenz

Jede WPS muss auf ein gültiges Verfahrensprüfungszeugnis (WPQR) oder eine andere anerkannte Prüfgrundlage verweisen. Häufige Probleme:

  • Das referenzierte WPQR existiert nicht mehr oder ist abgelaufen
  • Die WPQR-Nummer in der WPS stimmt nicht mit dem tatsächlichen Zeugnis überein
  • Es wurde ein fremdes WPQR referenziert, ohne Übernahmedokumentation

Lösung: Führen Sie ein WPQR-Register und prüfen Sie bei jeder WPS-Revision, ob die Referenz noch gültig ist.

Fehler 2: WPQR-Gültigkeitsbereich nicht geprüft

Selbst wenn ein WPQR vorhanden ist, muss es die Parameter der WPS abdecken:

  • Dicke: ISO 15614-1 Tabelle 7 definiert, welcher Materialdickenbereich eine Verfahrensprüfung abdeckt. Eine Prüfung an 10 mm Wanddicke deckt nicht automatisch 25 mm ab.
  • Werkstoffgruppe: ISO/TR 15608 Gruppen haben unterschiedliche Abdeckungsbereiche. Gruppe 1.2 deckt 1.1 ab, aber nicht umgekehrt.
  • Schweißverfahren: MAG (135) und MIG (131) sind unterschiedliche Verfahren – ein WPQR gilt nicht übergreifend.

Lösung: Nutzen Sie den WPQR-Gültigkeits-Checker für eine schnelle Erstprüfung.

Fehler 3: Schweißer ohne aktuelle Qualifikation

ISO 9606-1 schreibt vor, dass Schweißer periodisch requalifiziert werden. Die Qualifikation verfällt, wenn:

  • Der Schweißer länger als 6 Monate nicht im qualifizierten Bereich geschweißt hat
  • Die Verlängerung (alle 2 Jahre) nicht rechtzeitig beantragt wurde
  • Die Qualifikation nicht das Schweißverfahren und den Dickenbereich der WPS abdeckt

Konsequenz beim Audit: Jede Schweißung, die mit einer nicht qualifizierten Person ausgeführt wurde, ist formal nicht normkonform.

Fehler 4: Unvollständige WPS-Pflichtfelder

ISO 15609-1 definiert klare Mindestanforderungen. Häufig fehlende Felder:

  • Vorwärmtemperatur (auch wenn keine Vorwärmung erforderlich ist – dann muss das explizit dokumentiert werden)
  • Streckenenergie (bei Kerbschlagzähigkeitsanforderungen Pflicht)
  • Revision und Änderungsdatum
  • Schweißnahtgeometrie-Skizze (nach ISO 2553)

Fehler 5: Schweißparameter außerhalb des WPS-Bereichs

Die WPS gibt einen zulässigen Parameterbereich vor. Der Schweißbericht (Schweißprotokoll) muss zeigen, dass die tatsächlichen Parameter innerhalb dieses Bereichs lagen. Abweichungen – auch wenn technisch harmlos – sind ein formales Non-Conformity.

Lösung: Klaren Parameterbereich in der WPS definieren und Schweißberichte konsequent führen.

Fehler 6: Fehlende Revisionskontrolle

EN 1090-1 und ISO 9001 fordern Dokumentenlenkung. Das bedeutet:

  • Jede WPS-Revision muss dokumentiert sein (was wurde geändert, warum, wer hat freigegeben)
  • Veraltete WPS-Versionen müssen als ungültig gekennzeichnet oder zurückgezogen werden
  • Schweißer müssen mit der aktuellen Version arbeiten

In der Praxis existieren oft mehrere WPS-Versionen parallel, ohne klare Kennzeichnung der aktuell gültigen.

Fehler 7: Nichtkonformitäten nicht nachverfolgt

EN 1090 und ISO 9001 fordern ein Nichtkonformitätenmanagementsystem. Schweißfehler (Risse, Poren, unzureichende Einbrandtiefe) müssen:

  • Dokumentiert werden
  • Einer Ursachenanalyse unterzogen werden
  • Mit Korrekturmaßnahmen versehen werden
  • Abgeschlossen (verifiziert) werden

Betriebe, die Fehler mündlich klären ohne Dokumentation, bestehen den Audit nicht auf Anhieb.

Systematisch vorbeugen mit Software

Schweißanweisung Software adressiert die Fehler 1–6 direkt:

  • WPQR-Referenzen werden beim Erstellen der WPS automatisch geprüft
  • Gültigkeitsbereiche werden nach ISO 15614-1 berechnet
  • Pflichtfelder werden vor dem Speichern validiert
  • Revisionsverwaltung ist integriert
  • Alle Änderungen werden mit Zeitstempel protokolliert

Das Ergebnis: Eine audit-ready Schweißdokumentation, die keine Lücken lässt.

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