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Schweißanweisung erstellen: Schritt-für-Schritt nach ISO 15609-1

Wie Sie eine normkonforme WPS nach ISO 15609-1 erstellen – alle Pflichtfelder, typische Fehler und wie Software den Prozess auf 2 Minuten reduziert.

15. Februar 20263 Min. LesezeitRedaktion Schweißanweisung Software

Eine Schweißanweisung (WPS – Welding Procedure Specification) ist das zentrale Dokument der Schweißdokumentation. Sie definiert alle schweißtechnischen Parameter für eine reproduzierbare, normkonforme Schweißverbindung. Dieser Leitfaden erklärt, welche Pflichtangaben ISO 15609-1:2019 vorschreibt und wie Sie den Erstellungsprozess effizient gestalten.

Was ist eine Schweißanweisung (WPS)?

Die Schweißanweisung ist ein Dokument, das die notwendigen Variablen für die Ausführung von Schweißarbeiten beschreibt. Sie gibt dem Schweißer und der Schweißaufsicht verbindliche Vorgaben zu:

  • Schweißverfahren (z. B. 111, 135, 141)
  • Grundwerkstoff und Werkstoffgruppe nach ISO/TR 15608
  • Schweißzusatz und Schutzgas
  • Nahtgeometrie und Stoßart
  • Schweißparameter (Strom, Spannung, Einbrandgeschwindigkeit)
  • Wärmeführung (Vorwärmung, Zwischenlagentemperatur, PWHT)

Die WPS wird aus einem Verfahrensprüfungszeugnis (WPQR) abgeleitet oder basiert auf einem anerkannten Vorprüfungszeugnis.

Pflichtfelder nach ISO 15609-1:2019

ISO 15609-1 definiert in Abschnitt 5 die Mindestinhalte einer WPS. Folgende Felder sind verpflichtend:

Allgemeine Angaben

  • WPS-Nummer und Revision
  • Datum der Erstellung
  • Hersteller (Name und Adresse)
  • Schweißverfahren (Prozessbezeichnung nach ISO 4063)
  • Art der WPS (pWPS oder WPS)
  • Referenz auf WPQR oder andere Prüfgrundlage

Grundwerkstoff

  • Werkstoffgruppe nach ISO/TR 15608 (Gruppe 1–11 für Stahl, 21–26 für Aluminium)
  • Dickenbereich (Mindest- und Höchstdicke)
  • Rohrdurchmesser (bei Rohrleitungen)

Schweißnahtgeometrie

  • Stoßart (Stumpfnaht, Kehlnaht, etc.)
  • Nahtgeometrie (Öffnungswinkel, Stegbreite, Nahtüberhöhung)
  • Schweißposition nach ISO 6947 (PA, PB, PC, PD, PE, PF, PG)

Schweißzusatz

  • Bezeichnung nach ISO-Norm (z. B. ISO 14341-A G 42 4 M21 3Si1)
  • Hersteller und Typbezeichnung
  • Schutzgas oder Flussmittelangabe

Schweißparameter (pro Lage)

  • Stromstärke (A)
  • Lichtbogenspannung (V)
  • Einbrandgeschwindigkeit (cm/min)
  • Streckenenergie (kJ/mm) – Pflicht bei kerbschlagzähigkeitsanforderungen

Wärmeführung

  • Vorwärmtemperatur (min. °C)
  • Zwischenlagentemperatur (max. °C)
  • Wärmenachbehandlung (Temperatur, Haltezeit) falls erforderlich

Typische Fehler bei der WPS-Erstellung

1. Fehlende WPQR-Referenz

Die WPS muss auf ein gültiges WPQR verweisen. Fehlt die Referenz oder deckt das WPQR die WPS-Parameter nicht ab, ist die WPS ungültig.

2. Falsche Werkstoffgruppe

ISO/TR 15608 kennt über 40 Gruppen. Häufig wird Gruppe 1.1 (Re ≤ 275 MPa) mit Gruppe 1.2 (Re 275–360 MPa) verwechselt. Das hat direkten Einfluss auf den WPQR-Gültigkeitsbereich.

3. Dickenbereich außerhalb WPQR-Abdeckung

ISO 15614-1 definiert in Tabelle 7 die Dickenbereiche, die ein WPQR abdeckt. Viele Anwender ignorieren die untere Grenze (Mindestdicke), was bei dünnen Blechen zum Problem wird.

4. Streckenenergie nicht dokumentiert

Bei Anforderungen an Kerbschlagzähigkeit (z. B. S355J2) muss die Streckenenergie angegeben werden. Fehlt sie, ist die WPS unvollständig.

5. Veraltete Schweißzusatz-Bezeichnungen

ISO-Normen für Schweißzusätze wurden überarbeitet. Verwenden Sie aktuelle Bezeichnungen nach ISO 14341, ISO 18276, ISO 2560 etc.

WPS-Erstellung mit Software

Manuelle WPS-Erstellung in Word oder Excel dauert 60–90 Minuten pro WPS und ist fehleranfällig. Cloud-basierte WPS-Software wie Schweißanweisung Software führt Sie durch alle Pflichtfelder:

  1. Geführte Eingabe aller ISO 15609-1 Pflichtfelder mit Erklärungen
  2. WPQR-Abgleich prüft automatisch, ob das referenzierte WPQR die WPS-Parameter abdeckt
  3. Validierung in Echtzeit – Fehlermeldungen vor dem Speichern
  4. PDF-Export in normkonformem Layout
  5. Versionsverwaltung für Revisionen

Das Ergebnis: Eine vollständige, normkonforme WPS in unter 2 Minuten.

Fazit

Eine normkonforme Schweißanweisung nach ISO 15609-1 erfordert sorgfältige Dokumentation aller Pflichtfelder. Der manuelle Prozess ist zeitaufwändig und fehleranfällig. WPS-Software automatisiert die Validierung und reduziert den Aufwand erheblich – besonders bei mehreren WPS oder Revisionen.

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